Gewaltfreie Kommunikation

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Die Gewaltfreie Kommunikation, kurz auch GfK oder im Englischen Nonviolent Communication genannt, ist ein Konzept, welches in den 1970er Jahren von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Mittels bestimmter Handlungs- und Kommunikationsabläufe und -Muster sollen Menschen so miteinander kommunizieren können, dass sie mehr Vertrauen und Freude am Leben gewinnen können.

Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg ist, dass Menschen wertschätzende Beziehungen zueinander aufbauen. Durch aktives und emphatisches Zuhören soll ein vertrauensvolles Verhältnis erschaffen werden, welches auf gegenseitigem Verständnis aufbaut. Im Mittelpunkt steht die wertschätzende Kooperation, um gemeinsam Ziele zu erreichen, Bedürfnisse zu erfüllen und Konflikte zu vermeiden oder zu lösen.

Bei der Gewaltfreien Kommunikation spielt vor allem die Kenntnis über und die Trennung von Bedürfnissen und möglichen Strategien, diese zu erfüllen, eine große Rolle. Sobald die beteiligten Parteien sich ihrer Bedürfnisse und Strategien bewusst werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, in der Kooperation insgesamt erfolgreicher zu sein und Konflikte zielgerichtet anzugehen.

Diese konstruktive, friedliche Ausrichtung und die konstant positive Unterstellung der Gewaltfreien Kommunikation bilden wichtige Eckpfeiler für das Führungskonzept im Buch Jedership. Die Gewaltfreie Kommunikation ist so ein fester Bestandteil von moderner Führung. Insbesondere in der lateralen Führung spielt diese bewusste Form der Kommunikation eine wesentliche Rolle.

Die 4 Phasen der Gewaltfreien Kommunikation

Beobachtung

In der ersten Phase der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, Situationen möglichst ohne Wertung oder gar Verurteilung zu reflektieren und wiederzugeben. Wird bereits an dieser Stelle der Partner mit verbalen Übergriffen in eine Verteidigungshaltung gebracht, kann nachfolgend nicht mehr viel Positives erwartet und erreicht werden. Daher ist es enorm wichtig, Wahrnehmung, Interpretation und Bewertung voneinander trennen zu können.

Gefühl

Gefühle leiten noch immer unsere Gedanken und unser Handeln. Sie zeigen uns insbesondere, was uns wichtig ist. Ein Gefühl an sich ist dabei neutral. Je wichtiger uns etwas ist, umso stärker treten bestimmte Gefühle auf. Für uns selbst aber auch in der Kooperation mit anderen Menschen ist es daher sehr relevant, dass wir den Gefühlen auf den Grund gehen, um herauszufinden, worauf sie uns hinweisen wollen. Oftmals stecken erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse dahinter.

Bedürfnis

Jeder Mensch hat Bedürfnisse verschiedenster Art. Und alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse. Ein Bedürfnis ist dabei der Wunsch oder das Verlangen nach etwas. Die Befriedigung unserer Bedürfnisse sorgt für Wohlbefinden. Bedürfnisse sind daher die treibende Kraft hinter all unseren Handlungen. Während Bedürfnisse also ausdrücken, was wir begehren, beschreiben Strategien die Handlungen, wie wir es erreichen. Es ist wesentlich zu erkennen, dass Bedürfnisse nicht mit Strategien gleichzusetzen sind. Um ein Bedürfnis zu erfüllen, können unterschiedliche Strategien gewählt werden. Konflikte zwischen Menschen entstehen nicht aufgrund von Bedürfnissen sondern wegen den gewählten Strategien, diese zu erfüllen.

Bitte

Durch eine Bitte im vierten Schritt der Gewaltfreien Kommunikation können wir ausdrücken, welche konkrete Handlung, welches Verhalten wir uns von anderen Menschen wünschen. Wesentlich in dieser Phase ist, dass wir zunächst selbst konkret verstehen und formulieren können, warum wir uns welches Verhalten wünschen.