Feedback geben

Feste Feedbackregeln als Bestandteil einer wertschätzenden Unternehmenskultur und lateraler Führung

Motivierte und kompetente Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg für jedes Unternehmen. Doch wie kann es dir gelingen deine Angestellten beziehungsweise Kollegen motiviert zu halten?

Es sind immer Menschen, die Werte schaffen, nicht Geld oder Prozesse.

Ein Schlüssel zum Erfolg liegt hierbei in einer wertschätzenden Feedbackkultur. Denn es gibt wenig Motivierenderes als am Arbeitsplatz eine Resonanz auf sein tägliches Tun zu erhalten. Schließlich besteht so die Gewissheit nicht für den Ablagestapel zu arbeiten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit bei Fehlentwicklungen direkt gegenzusteuern.

Feedback ist also ein Grundlegendes Führungsinstrument, weil damit Orientierung gegeben und Rahmenbedingungen abgesteckt werden. Insbesondere auch in der lateralen Führung ist kontinuierliches Feedback ein sehr mächtiges Führungs-Tool.

Vorteile von Feedback

Um die Vorteile von Feedback in einem Unternehmen komplett auszuschöpfen, ist mehr nötig als „nur“ ein jährliches Feedbackgespräch. Vielmehr sollte das gesamte Handeln auf eine dezidierte Feedbackkultur ausgerichtet sein. Schließlich ergeben sich im Alltag vielfach und vielfältig Möglichkeiten, ein Feedback zu geben. Denn jede Rückkopplung, jedes Wort und jedes Nicken können als Feedback eingesetzt werden. Es sollte also nicht bei dem steifen „Darf ich dir mal Feedback geben“ bleiben. Wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft werden, kann den Mitarbeitern eine wertvolle Orientierung und damit Sicherheit gegeben werden. Hierdurch werden letztlich auch Arbeitsweisen optimiert und Prozesse effizienter.

Allerdings ist es nicht immer ganz einfach eine produktive Feedbackkultur zu etablieren. Mit diesen sieben Feedbackregeln klappt dies ganz einfach.

1. Feedback-Regel

Sei dir bewusst, was du mit deinem Feedback erreichen möchtest 

Es hört sich trivial an, ist allerdings leider oft keine Selbstverständlichkeit: Damit Feedback einen messbaren Erfolg hat, muss es zielgerichtet und konstruktiv sein. Schließlich möchtest du kein ätzender Dauernörgler sein, sondern mit deinen Ideen Dinge voranbringen.

Mach dir deshalb immer vorab klar, warum du überhaupt Feedback geben möchtest, was deine persönliche Intention ist. Möchtest du grad selbst nur Dampf ablassen, hat das nicht wirklich was mit Feedback zu tun. Hier geht es eher, anderen zu zeigen, was deine Erwartungen und Wünsche sind. Feedback ist also immer eine Hilfestellung und damit positiv.

2. Feedback-Regel

Mache dir deine eigenen Erwartungen klar

Damit Feedback nicht nach kurzer Zeit inhaltslos verpufft, solltest du gegebenenfalls dran bleiben und entsprechende Punkte bei Bedarf öfters ansprechen. Wenn du Feedback geben möchtest, solltest du deshalb vorab deine Erwartungen an die zukünftige Situation klar herausarbeiten. Wie sähe eine Zukunft aus, in der das Feedback, dein Wunsch berücksichtigt wird? Dabei ist es besonders wichtig sich von unrealistischen Forderungen zu verabschieden.

Und wenn du dein Ziel nicht als „Message“ in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen kannst, solltest du nochmals in dich gehen und es besser herausarbeiten. Nutze hierzu auch die Macht der Externalisierung, also schreibe oder male auf, was du wirklich bezweckst.

3. Feedback-Regel

Bleibe bei deinen eigenen Beobachtungen, sei positiv, konstruktiv und vermeide Bewertungen und Verurteilungen

Eine der wichtigsten Feedbackregeln besteht darin, dass du immer positiv bleiben solltest. Schließlich möchtest du zu einem besseren Gelingen der Arbeit beitragen und nicht deinen Kollegen persönlich kritisieren. Probiere es grundsätzlich mal mit der „Konstant Positiven Unterstellung“ (kurz KPU) aus der Gewaltfreien Kommunikation.

Feedback geben kann im Falle von Kritik ein Ritt auf der Rasierklinge sein und zu einem ausgemachten Streit führen, wenn über Strategien und nicht die dahinter liegenden Bedürfnisse gesprochen oder gar gestritten wird. Bleibe deshalb IMMER positiv und konstruktiv. Der Schwerpunkt liegt ja darauf, deinem Gegenüber mitzuteilen, welche Veränderung du dir für die Zukunft wünschst.

Es geht letztlich nicht darum, das berühmte Fingerpointing zu praktizieren. Vielmehr sollte Feedback immer auf eine positive Veränderung hinarbeiten und genau das im Fokus behalten. Es geht also nicht darum, dass etwas aktuell irgendwie nicht passend ist, sondern darum, wie das geändert werden und was jemand ganz konkret unternehmen kann.

Hierbei ist es immer gut, wenn allen Beteiligten, das gemeinsame Ziel und der Kontext klar ist. Wer diese Regel beherzigt und immer positiv bleibt, kann auch ohne Furcht ranghöheren Mitarbeitern Feedback geben. Schließlich soll Feedback immer in alle Richtungen möglich sein. Denn natürlich ist niemand perfekt, nicht einmal der Chef. 

4. Feedback-Regel

Sprich nur für dich und das möglichst konkret

Wenn du Feedback gibst, solltest du nicht lange um den heißen Brei herum reden, sondern stattdessen klar und konkret sprechen. Beziehe dabei immer nur für dich selbst Stellung und lass andere Kollegen aus dem Spiel. Denn nur für dich kannst du ganz konkrete Aussagen treffen.

Es soll ja nicht in einem „wir gegen dich“ Enden. Außerdem hast du es nicht nötig, dich hinter anderen zu verstecken. Schließlich kannst du selbstbewusst für das eintreten, was du benötigst oder dir wünschst.

5. Feedback-Regel

Überlege dir vorher: Soll es eine Bitte mit Optionen oder eine klare Handlungsanweisung sein

Damit das Ergebnis deines Feedbacks auch wirklich deinen Vorstellungen entspricht, solltest du dir vorab überlegen, ob du bestimmte Dinge lediglich empfehlen oder konkret umgesetzt sehen willst. Entsprechend solltest du dies dann auch kommunizieren.

Wenn du beispielsweise sagst: „Ich fände es schön, wenn jemand in Zukunft bei unseren Meetings Protokoll schreiben würde“ brauchst du dich nicht zu wundern, wenn diese Aufgabe auf der Strecke bleibt, da das so viel zu unverbindlich ist. Werde in solchen Fällen am besten konkret. Etwa in dieser Art: „Max, kannst du vielleicht bei unserem nächsten Termin die Meeting Minutes zusammentragen?“

6. Feedback-Regel

Untermauere deine Äußerungen mit Beispielen

Dir ist natürlich klar, wie die von dir vorgeschlagene Änderung aussehen soll. Doch dein Gegenüber kann vielleicht nicht direkt etwas mit deinen Ideen anfangen. Arbeite deshalb am besten mit möglichst konkreten Beispielen. So verdeutlichst du deinen Standpunkt oder machst greifbarer, was du dir vorstellst.

Gleiches gilt natürlich für Situationen aus der Vergangenheit, die du in deinem Feedback nutzt. Werde hier so konkret wie möglich und verallgemeinere nicht.

7. Feedback-Regel

Wähle den richtigen Ort und die richtige Zeit passend zu deiner Intention

Nicht nur der Ton macht die Musik, sondern auch der Ort, an dem sie gespielt wird. Nimm dir deshalb immer genügend Zeit, um Feedback zu geben und wähle einen passenden Ort. Erfahrungsgemäß steht dein Gegenüber Feedback beispielsweise offener gegenüber, wenn du es ihm unter vier Augen und nicht vor versammelter Mannschaft mitteilst.

Mit Jedership zu besserem Feedback

Wenn du für den Anfang die hier vorgestellten Feedbackregeln befolgst, kannst du dir immer sicher sein passend und adäquat Feedback geben zu können. So kannst du mit deinen Ideen zum gemeinsamen Erfolg beitragen. Allerdings solltest du selbst auch entsprechend offen für Rückmeldungen von deinen Kollegen sein. Und nicht nur für wirksames Feedback solltest du darauf achten, dass du immer positiv und konstruktiv bleibst.

Wie so vieles fängt auch Feedback bei dir an. Damit Feedback besonders gut funktioniert, solltest du zunächst mehr Bewusstsein und Klarheit bzgl. deiner eigenen Bedürfnisse und Motivatoren haben. Im Buch „Jedership – Warum Führung alle etwas angeht“ lernst du insbesondere im ersten Kapitel „IN“, wie du diese ergründen kannst.

Feedback Training

Du möchtest einen Workshop zum Thema Feedback und Feedbackkultur organisieren? Dann nimm Kontakt mit mir auf